Rollstuhlbasketball

Herzensanliegen Integrationssport: Mein Weg zum Rollstuhlbasketball

Sport ist für mich weit mehr als nur körperliche Bewegung – er ist ein Raum für Gemeinschaft, solidarisches Empowerment und gelebte Inklusion. Meine tiefste Verbindung zu diesem Thema ist zutiefst persönlich und begann im Jahr 2011.

Durch einen schweren Unfall veränderte sich mein Leben von einem Tag auf den anderen drastisch. In dieser Phase der Neuorientierung stieß ich auf den Rollstuhlbasketball – eine Begegnung, die rückblickend zu einem entscheidenden Wendepunkt für mich wurde. Der Sport bot mir nicht nur die Möglichkeit, mich körperlich neu auszuprobieren und zu fordern, sondern schenkte mir vor allem eine Perspektive voller Dynamik, Lebensfreude und unbändigem Teamgeist.

Im Zuge dieser Leidenschaft bin ich unter anderem Mitglied in der Rollstuhlsportabteilung des HSV geworden, um diesen Sport auch im Vereinsleben aktiv mitzugestalten. Im Rollstuhlbasketball habe ich von Anfang an erfahren, was echte Barrierefreiheit bedeutet: Hier zählen nicht die individuellen Einschränkungen, sondern das gemeinsame taktische Verständnis, die Schnelligkeit auf dem Feld und der bedingungslose Zusammenhalt als Mannschaft.

Aus dieser persönlichen Erfahrung ist über die Jahre ein echtes Herzensanliegen und ein fester Bestandteil meines gesellschaftspolitischen Selbstverständnisses geworden. Rollstuhlbasketball zeigt par excellence, wie gelebte Inklusion im Sport und darüber hinaus aussehen kann. Es ist ein Sport, der Menschen mit und ohne Behinderung, unterschiedlicher Herkunft und Identitäten auf Augenhöhe zusammenbringt und starre gesellschaftliche Barrieren einfach spielerisch abbaut.

Dieses Empowerment, das ich auf dem Spielfeld erfahre, treibt mich an. Es schlägt für mich die Brücke von meiner eigenen Biografie hin zu meiner wissenschaftlichen und aktivistischen Arbeit: Egal ob in der Stadtplanung bei der Forderung nach barrierefreien Kiezblocks, im queeren Aktivismus oder eben im Sport – mein Ziel bleibt es, Räume zu schaffen und zu verteidigen, in denen alle Menschen selbstbestimmt und gleichberechtigt teilhaben können.